Ich höre eine Menge instrumentaler Beatmusik, welche oft als Lo-Fi Hip-Hop oder Chillhop bezeichnet wird. Einige dieser Beats gefallen mir so gut, dass ich immer herausfinden möchte, wie die Produzenten das genau so machen.

Wenn dir das bekannt vorkommt, habe ich einen Rat für dich: Fang am besten mit den Grundlagen an. Lerne als erstes die Grundlagen des Beatbauens. Wenn du dann erst einmal die Regeln kennst, brich sie.

Aber was sind diese „Regeln“? Wie fängt man überhaupt mit dem Beatbauen an?

Dafür ist diese Schritt-für-Schritt Anleitung da. Das sind die grundlegenden Schritte für den Aufbau eines Beats…

Sammle dein Werkzeug

Bevor du anfängst, stellst du erstmal sicher, dass du die richtigen Werkzeuge zum Beatbauen hast.

Das erste und offensichtlichste Werkzeug ist eine Digital Audio Workstation (DAW). Das ist deine Aufnahmesoftware – eins der wichtigsten Tools in jedem Recording Setup. Du solltest dich auf jeden Fall mit deiner DAW vertraut machen, sonst wird der Prozess sehr mühsam und frustrierend.

Als nächstes brauchst du eine Art virtuelle Drum-Maschine – ein Plugin, welches man in die DAW importiert. Es gibt viele kostenlose Drum-Plugins, welche großartig klingen, wie DRUM PRO, T-REX 606 oder auch die kostenlose Demo von Addictive Drums 2.

Danach brauchst du erstmal ein paar sample Packs. Das kann alles sein, was in deinen Ohren gut klingt – ein vocal Sample, ein cooles Gitarrenriff oder ein weicher Orgelsound. Ich werde dich an dieser Stelle nicht dazu ermutigen, die Lieder anderer Künstler zu samplen, damit kannst du ordentlich Stress mit dem Gesetz bekommen.

Stattdessen habe ich hier ein paar meiner Lieblingsadressen für gratis Samples für dich:

Das Letzte Werkzeug was ich dir empfehle ist ein MIDI-Controller, normalerweise in Form eines kleinen Keyboards, welches du über USB mit deinem PC verbinden kannst. Damit kannst du die Drum Sounds oder jedes andere Virtuelle Instrument was du hast, aufnehmen. Das ist natürlich nicht unbedingt notwendig, aber die Alternative wäre, jede einzelne Note und jeden einzelnen Drum Hit per Maus zusammen zu klicken. Das machen wohl manche Leute, ist mir persönlich aber zu umständlich.

Jetzt bist du bereit zum Beatbauen…

Kreiere deinen Beat

Als erstes öffnest du deine DAW und erstellst eine neue Spur für virtuelle Instrumente mit dem Plugin, das du benutzen möchtest. Stelle sicher, dass die Spur für die Aufnahme scharf geschaltet ist und sich das generelle Tempo gut anfühlt.

Vielleicht fängst du erstmal mit einem Kick-Snare Rhythmus an. Das wird das Grundgerüst deines Beats. Wichtig ist dabei, dass du dabei das Metronom laufen lässt und/oder die „am Raster ausrichten“ ( oder auch „Snap to grid“ ) Funktion aktiviert hast, wenn du etwas ohne MIDI Controller hinzufügen willst. Das Ausrichten am Raster sorgt dafür, dass sich die einzelnen MIDI Noten perfekt in das vorgegebene Tempo einfügen.

Als nächstes wirst du wahrscheinlich, um deine Kick und Snare zu unterstützen, einen durchgehenden Rhythmus, wie zum Beispiel eine Hi-Hat oder einen Shaker, hinzufügen wollen. Dabei kann es hilfreich sein, einen Referenzbeat parat zu haben, also einen Beat von einem Künstler, an dessen Sound du dich orientieren möchtest. Hör dir an, wie Kick, Snare und Hi-hat/Shaker miteinander interagieren, dann bekommst du ganz schnell ein Gefühl dafür, wie man alles miteinander verbindet.

Wenn der Beat nur aus Kick, Snare und Hi-hat besteht, wird’s bestimmt schnell langweilig. Darum ist es oft eine gute Idee, ein paar Percussions ins Spiel zu bringen, wie zum Beispiel Claps, Kuhglocken oder ein Glockenspiel. Damit bringst du deinen Beat dann richtig zum Leben.

Als letztes, aber wahrscheinlich auch als wichtigstes, ist es an der Zeit, Samples hinzuzufügen. Samples werden deinem Beat das gewisse Etwas geben, um sich von allen anderen abzuheben. Behandle das Sample wie die „Hook“ deines Tracks, was Melodisches wäre auf jeden Fall cool. Schau dafür vielleicht mal in die Links rein, die ich weiter oben gepostet habe, da findest du bestimmt etwas.

Die Hauptsache ist, dass du während des Beatbauens darauf achtest, wie du dich fühlst. Nickst du mit dem Kopf? Schließt du deine Augen, weil du grad so richtig „drin“ bist? Wenn ja, bist du auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.

Editiere deinen Beat

Wenn du erstmal das Grundgerüst deines Beats fertig hast, ist es an der Zeit es zu bearbeiten und zu optimieren.
Richte als erstes alles am Raster aus, indem du die „Am Raster ausrichten“ (oder „Snap to grid“) Funktion in deiner DAW aktivierst. Damit fügen sich alle Parts perfekt in das Tempo des Metronoms ein.
Du wirst wahrscheinlich auf die Velocity deiner Drum Hits optimieren wollen. „Velocity“ beschreibt, wie stark oder sanft sich jeder Schlag anhört – wenn du den Wert im laufe deines Beats immer ein bisschen variierst, lässt du den Beat viel menschlicher und weniger Maschinell klingen.

Als letztes solltest du auf die Aggressivität achten und entscheiden, ob du diese reduzieren willst oder nicht. Aggressive Töne findest du normalerweise im höheren Frequenzbereich, wie zum Beispiel in der Hi-hat oder dem Shaker. Um dem entgegenzuwirken, kannst du die hohen Frequenzen etwas mit dem Equalizer absenken. Manchmal reicht es aber auch, einfach die Lautstärke des problematischen Instruments abzusenken.

Wenn weder der Equalizer noch Lautstärke das Problem beseitigen, kannst du es mit „Formantenverschiebung“ (oder „Formant shift“) versuchen, was den Klang des Instruments etwas dämpfen wird. Diese Funktion ist normalerweise in jedem Tonhöhenverschiebungs-Plugin vorhanden.

Füge Musik zu deinem Beat hinzu

Ganz abhängig davon, was du mit deinem Beat vorhast, kannst du jetzt noch ein Bett aus Musik auf deinen Beat legen. Das könnte eine Akkordfolge auf der Gitarre, Orgel, virtuellen Strings oder jedem Instrument sein, welches auf deinen Beat passt. Musik kann den fertigen Beat richtig ausfüllen und noch mehr Emotionen herauskitzeln.

Wenn du planst, deinen Beat zu verkaufen, brauchst du keine Musik hinzufügen. Der Produzent, der deinen Beat kaufen wird, wird wahrscheinlich seine eigene Musik hinzufügen wollen.

Misch deinen Track ab und master ihn

Endlich, du hast deinen Beat fertig und es ist an der Zeit, ihn zu mischen und zu mastern.

Mixing ist der Prozess, bei dem du (oder der Tontechniker) Lautstärke, Panorama und EQ optimierst, Kompression anwendest und noch mehr Effekte, die dir gefallen, hinzufügst.

Wenn du deinen Beat einfach nur online verkaufen möchtest, wirst du ihn wahrscheinlich nicht mastern müssen, da der Käufer den Beat mastern wird, nachdem er seinen eigenen Sound hinzugemischt hat.

Wenn du allerdings deine eigene Musik über den Beat gelegt hast und Wert auf einen professionellen Sound legst, wirst du den fertigen Track definitiv mastern wollen. Das wird deinen Song aufpolieren, ihm das gewisse Etwas geben und ihn für Streamingdienste vorbereiten.

Wenn Beats bauen Neuland für dich ist, wirst du damit wahrscheinlich noch kein Geld machen. Der Gedanke daran, einem Tontechniker 100€ pro Song zu zahlen wird dir wahrscheinlich ein bisschen übertrieben vorkommen. Mit eMastered bezahlst du einen angemessenen Monatlichen Preis um unbegrenzt Songs zu mastern.

Und das, meine Freunde, ist wie man einen Beat von Grund auf zusammenbaut. Noch Irgendwelche Fragen? Schreibt sie in die Kommentare!

Caleb J. Murphy

Caleb J. Murphy is a songwriter and producer based in Austin, TX.