Audio Mastering hört sich kompliziert an. Die meisten unabhängigen Produzenten schaudern direkt beim Gedanken daran, einen Song selbst zu mastern.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass Audio Mastering nicht kompliziert ist. Aber es muss nicht immer so kompliziert sein, wie es überall dargestellt wird.

Genau wie bei allen anderen Sachen, kann das Audio Mastering mit genug Willenskraft und Informationen gelernt werden. Wenn du die Energie und Zeit hast, kannst du die Grundlagen lernen und dann über die Jahre durch Übung besser werden.

Um dich auf diesen Pfad zu leiten, habe ich einen verständlichen Leitfaden für das Mastering von Musik zusammengestellt. Folgendes werden wir hier behandeln:

  • – Was ist Mastering?
  • – Warum wird Musik gemastert?
  • – Grundlegende Tipps für das Mastering
  • – Eine Schritt-für-Schritt Anleitung für den Mastering Prozess
  • – Audio Mastering ist ein Lernprozess
  • – Hör auf die Unterschiede

Was ist Mastering?

Ich geb dir erstmal das, weswegen du das hier liest: die Definition von Audio Mastering

Mastering ist der letzte Schritt auf dem Weg zu einem professionell klingenden Song. Der Sinn dahinter ist, die einzelnen Elemente eines Songs auszubalancieren und gut klingen zu lassen, ganz unabhängig von den benutzten Lautsprechern. Dabei werden Dinge wie EQ, Kompression, Stereoverbesserung und Limitierung benutzt, um deinen schon gut abgemischten Track aufzupolieren.

Dazu kommt noch, dass Mastering dir beim Eliminieren unerwünschter Sounds, wie zu Beispiel Klicks oder Rauschen, helfen kann. Es kann dabei helfen, die Probleme des Mixdowns zu minimieren, wobei das nicht die eigentliche Funktion darstellen sollte. Es gibt keine Garantie dafür, dass Mastering einen schlechten Mix retten kann. Der Mix sollte in erster Linie von Grund auf solide sein, aber Mastering kann einem dabei durchaus unter die Arme greifen.

Das Mastering eines Songs bezieht sich auf das Mastering einer einzelnen Audiodatei, wohingegen sich Album Mastering auch damit beschäftigt, eine Abfolge von Songs homogen klingen zu lassen.

Am wichtigsten ist aber, dass Audio Mastering deiner Musik erlaubt, sich auf Streaming Plattformen gegen professionell produzierte Songs bezüglich Lautstärke und Gesamtqualität zu beweisen.

Einfach gesagt: Audio Mastering ist wie ein Filter auf einem Instagram Foto. Es nimmt das, was du hast, und macht es besser. Im Idealfall hört sich ein gut gemasterter Track knackig, klar und professionell an, was ein essenzieller Schritt beim Produzieren eines Songs (oder Album) ist, welcher einfach Spaß zu hören macht.

„Mastering verleiht deinen Tracks Tiefe, Kraft, Transparenz und Lautstärke.“

– Matt Forger, Musiker/Produzent (Michael Jackson, Quincy Jones)

Wie unterscheidet sich Mastering von Mixing?

Viele Anfänger bringen diese zwei Vorgänge durcheinander.

Obwohl sie auf einer bestimmten Art und Weise ähnlich sind, sind sie auf keinen Fall dasselbe. Beim Abmischen werden einzelne Instrumente so geformt, dass sie als Einheit zusammenspielen. Beim Mastering wird diese Einheit aufpoliert und gegebenenfalls erweitert.

Während des Abmischens setzt du individuelle Laustärkenwerte, definierst das Stereopanorama und benutzt Effekte, um den Song gut klingen zu lassen. Mastering nimmt dann deinen gut klingenden Song, poliert ihn auf und säubert ihn.

Woher bekommen wir also ein Audio Mastering?

Alles hat damit angefangen, als Tontechniker ihre Aufnahmen vom Tonband für das Schneiden auf Vinyl vorbereiten mussten. Dabei wurde eine „Master Disc“ erstellt. Bei diesem Prozess mussten die Pegelspitzen einer Aufnahme reduziert werden, da die Energie dieser Pegelspitzen zu Problemen beim Schneiden einer Platte führen kann und im Endeffekt beim Abspielen die Nadel springen lassen würde.

Deswegen wurden Kompressoren und Limiter eingesetzt. Und so ist die Kunst des Audio Masterings entstanden.

 

Reden wir jetzt ein bisschen mehr darüber, wie Mastering eigentlich funktioniert.

Warum Mastering?

Warum sollte ich meine Musik mastern? Fangen wir mit den Grundlagen an. Mit solidem Mastering:

  • – Werden deine Songs auf jeder Art von Lautsprechern, Kopfhörern usw. gut klingen
  • – Werden deine Songs von der Lautheit her dem Industriestandard entsprechen
  • – Werden deine Songs gut genug klingen, um einen Platz im Radio oder einer Spotify Playlist zu landen
  • – Werden deine Songs viel besser klingen, als wenn sie nur abgemischt werden

Um diese einzelnen Punkte aufzubrechen…

Heutzutage wird Musik von allen möglichen Geräten abgespielt. Kopfhörer, Smartphones, Autolautsprecher und high end Studiomonitore. Mastering hilft dir dabei, deinen Song auf jedem dieser Geräte großartig klingen zu lassen. Ungemasterte Songs klingen amateurhaft und unpoliert, was die Reaktionen der Hörer auf deine Tracks negativ beeinflussen kann.

Wenn du ein Album rausbringst, kannst du durch Mastering sicherstellen, dass dein Album sich über jeden Track hinweg homogen anhört. Jeder Track muss die gleiche Lautstärke besitzen. Die Tracks müssen sich so anhören, als wenn sie wirklich auf dasselbe Album gehören.

 

Einfach gesagt: Du musst deine Musik für einen professionellen Sound mastern, damit du schneller neue Hörer überzeugen und gewinnen kannst. Nur dann wirst du die Chance haben, dich auf Spotify und anderen Streaming Plattformen durchzusetzen.

Grundlegende Tipps, um Mastering zu lernen / üben

Bevor wir mit unserem Schritt-für-Schritt Mastering Leitfaden anfangen, lass uns erst einmal mit den Grundlagen beschäftigen. Versuche mit diesen Tipps anzufangen:

  • Mastere in einem Raum, den du kennst. Sei damit vertraut, wie sich Sound in deinem Raum verhält.
  • Mach einen A/B vergleich zwischen deinem Master und deinem ursprünglichen Mix, um zu sehen, was wie beeinflusst wird. Das kann dir dabei helfen, Probleme im Mix zu erkennen.
  • Vergleiche deinen gemasterten Song mit einem Referenztrack

Je mehr Masteringeffekte du anwendest, desto mehr wird dein Track verändert. Zu viel Mastering ist nie eine gute Sache.

Ein Schritt-für-Schritt Mastering Leitfaden

Okay, jetzt wird darüber geredet, welche Schritte man für das Audio Mastering gehen muss. Kleine Vorwarnung, jetzt wird’s ein bisschen kompliziert, schalte also schonmal deinen Denkapparat an.

Signalkette

Die Signalkette bezieht sich auf die Reihenfolge der Plugins, die du benutzt. Für Anfänger ist folgendes eine Solide Signalkette: Quelle → EQ → Kompressor → Clipper → Limiter → Metering

Die Quelle ist dein Track als WAV Datei.

Entzerrung

Als erstes wird im Mastering Prozess der Gesamtmix entzerrt (EQ), um ungewollte Frequenzen zu verstecken. Der radikale Einsatz des EQs sollte beim Abmischen stattfinden. Beim Mastering wird der EQ viel dezenter eingesetzt.

Mache keine Absenkungen oder Anhebungen über 3 dB. Wenn du das Gefühl hast, dass du über 3 dB gehen musst, dann liegt das Problem beim Mix. Ein anderer Tipp ist, dass dein EQ nicht mehr als 9 dB darstellen sollte. Eine zu große visuelle Reichweite kann das beeinflussen, was du mit deinen Ohren wahrnimmst.

Wenn du eine Absenkung oder Anhebung vornimmst, erweitere die Bandbreite. Weitere Bandbreiten klingen im Gegensatz zu engeren Absenkungen und Anhebungen weitaus organischer.

Der Sinn hinter dem EQ ist, das Frequenzspektrum deines Mixes auszubalancieren. Deswegen ist er während dem Abmischen auch so nützlich. Manche Leute benutzen einen EQ vor und nach einem Kompressor, da ein Kompressor den Sound auf eine bestimme Art und Weise färben kann.

Hier sind einige Tipps für den fortgeschrittenen Gebrauch des EQs beim Mastering Prozess:

 

  • Benutze 0.25 dB Schritte: der Schlüssel zu einem guten Mastering ist die Transparenz. Viele kleine Änderungen sind besser als nur ein paar große.
  • Sei mit den Frequenzen vertraut: du solltest wissen, wie man einen Mix säubert. Du solltest wissen, wie man einen Track heller oder Bass lastiger klingen lässt. Du solltest auch wissen, dass zum Beispiel das Absenken von Tiefen Frequenzen, den hohen Frequenzen dabei hilft, besser herauszustechen.
  • Übertreib es nicht: wenn du mehr als eine halbe Stunde damit verbringst, einen fertig abgemischten Song zu EQen, übertreibst du es wahrscheinlich. Mann tappt leicht in die Falle, zu viel EQ zu benutzen, den Kompressor hart auszureizen, oder den Limiter komplett auszunutzen, um den Track lauter zu machen. Denk dran: mehrere kleine Schritte sind besser als wenige große.
  • Mach Pausen: nachdem du mit dem Gebrauch des EQ’s fertig bist, mach eine 15-minütige Pause. Wenn du nicht weiterkommst, mach eine Pause. Dabei werden deine Ohren aufgefrischt und du behältst den Blick für das Wesentliche.
  • Vergleiche deinen frisch entzerrten Track mit dem Originalmix: vergleiche immer zwischen deinem gemasterten und dem abgemischten Track. Achte darauf, dass du ihn besser klingen lässt, statt ihn zu verstümmeln.

Kompression

Die Hauptaufgabe eines Kompressors ist, den Dynamikbereich zu verringern, welcher im Grunde den Unterschied zwischen dem leisesten und lautesten Teil deines Songs darstellt. Durch das Reduzieren des Dynamikbereichs kannst du deinen Song lauter machen, ohne im roten Bereich zu landen. Das bedeutet, dass die leisen Teile nicht mehr ganz so leise, und die lauten Teile nicht mehr ganz so laut sind. Das führt zu einem gleichmäßigerem Hörerlebnis, was in der modernen Musik essenziell ist.

Während des Abmischens kann ein Kompressor einen Track klarer machen und ihm mehr Punch verleihen. Beim Mastering dahingegen konzentriert sich ein Kompressor darauf, einen Track lauter zu machen.

Wenn du einen Kompressor auf dein Master anwendest (nur wenn du es wirklich musst), dann halte die Lautstärkenreduktion immer unter 2 dB. Alles darüber ist viel zu auffällig. Beim Mastering geht es um Transparenz. Fang beim Kompressionsverhältnis bei 1.25:1 oder 1.5:1 an. Mehr als 2:1 ist meistens eine eher schlechte Idee.

Und denk dran, deine Ohren zu benutzen. Lässt du deinen Song wirklich besser klingen, oder wendest du die Schritte nur an, weil du irgendwo gelesen hast, dass man das so macht?

Übertreibs halt einfach nicht.

Limitierung

Ein Limiter ist wie ein extremer Kompressor, welchen du benutzen kannst, um deinen Track lauter zu machen, ohne ihn zu verzerren. Wie beim Kompressor solltest du nicht mehr als 3 dB Lautstärkenreduktion anwenden. Alles darüber hört sich unnatürlich an.

Beim Benutzen eines Limiters wirst du bei den meisten Limitern auf dieselben Funktionen treffen: Input Gain, Output Gain, Attack, Release, und Lautstärkenreduktion (Gain Reduction).

Hier sind ein paar schnelle und einfache Grundeinstellungen für den Anfang (das kann natürlich je nach Geschmack verändert werden):

  • – Output Gain: zwischen -0.2 dBFS und -0.02 dBFS
  • – Input Gain: fang mit 4-7 dB Lautstärkenreduktion an, bis du dein Ziel erreicht hast
  • – Attack: stell die Zeit so kurz wie möglich ein, wie es ohne Kompromisse möglich ist
  • – Release: benutze einfach die eingebaute auto-release Funktion
  • – Gain Reduction: am besten nicht mehr als 2.5 dB

Vorbereitung

Jetzt ist es an der Zeit, deinen gemasterten Track für die Distribution vorzubereiten.

Um sicherzustellen, dass deine Songs mit modernen Streamingdiensten oder auch CDs kompatibel sind, solltest du die folgenden Einstellungen beim Exportieren deines Masters anwenden:

  • – Dateiformat: WAV
  • – Bittiefe: 16-bit
  • – Samplerate: 44.1 kHz
  • – Headroom: 1 dBFS

Audio Mastering ist ein ewiger Lernprozess

Jetzt hast du dich definitiv durch einen Haufen an Informationen gekämpft. Es gibt viel zu lernen und es wird seine Zeit brauchen, bis du den Dreh erst einmal raushast. Mastering Techniker Studieren diese Kunst und verbringen ihre Lebenszeit damit, darin besser zu werden.

Eine Alternative ist allerdings automatisiertes online Mastering. Dabei wird dein Track durch eine Künstliche Intelligenz online analysiert, mit anderen Songs aus demselben Genre verglichen, mit relevanten Einstellungen bearbeitet und im Endeffekt als professionell klingendes Endprodukt ausgespuckt.

Das ist genau das, was eMastered innerhalb von wenigen Minuten macht. Du kannst sogar einen Referenztrack hochladen, sodass der Algorithmus einen Professionellen Song als Schablone für das Mastering benutzt. Außerdem kannst du dieses Werkzeug benutzen, um eine direkte Referenz zu einem gut gemachten Mastering zu haben.

Wenn du nicht die Zeit oder den Willen hast, um Mastering zu lernen, ist eMastered eine erschwingliche online Mastering Option, welche deinen Song wahrscheinlich besser mastern wird als jemand, der gerade erst damit angefangen hat.

„Ich war wie weggeblasen, als ich eMastered zum ersten Mal gehört habe. Es hat unglaublich gut für jeden Track, den ich ausprobiert habe, funktioniert. Ich wünschte, das hätte bereits existiert, als ich angefangen habe.“

– Carlos “CID” Cid, GRAMMY Preisträger DJ (Lana Del Rey – Summertime Sadness – Cedric Gervais Remix)

Hör den Unterschied

Lass mich dir zeigen, dass Mastering ein essenzieller schritt ist, um den Industriestandards gerecht zu werden.

Hier haben wir einen professionell aufgenommenen und abgemischten Song, welcher nicht gemastert ist:

Und hier derselbe Track, nachdem er durch den eMastered Algorithmus gelaufen ist:
Du hörst den massiven unterschied, oder?

Und das, meine Freunde, war eine verständliche, aber einfache Einführung in das Audio Mastering. Wenn dich das nächste mal jemand fragt, wie man einen Song mastert, wirst du wissen, was du ihnen sagst.

Caleb J. Murphy

Caleb J. Murphy is a songwriter and producer based in Austin, TX.