Zu wissen, was beim Aufnehmen in den eigenen vier Wänden zu beachten ist, ist einem oft klarer als das, was man auf jeden Fall vermeiden sollte. Was man tun und lassen sollte ist allerdings beides wichtig.

Ich habe diese Liste aus eigenen Erfahrungen zusammengestellt, damit andere Heimproduzenten das nicht tun müssen.

Ich werde euch hier durch die Tops und Flops führen, die bei den 4 Hauptphasen des Homerecordings zu beachten sind: der Aufnahmeraum, das Aufnahmeequipment, der Aufnahmeprozess und die Post-Production.

Der Aufnahmeraum

Der Aufnahmeraum ist das erste, womit ihr euch beschäftigen solltet, wenn ihr zuhause aufnehmen wollt. Dieser ist bei der Qualität der Aufnahme ein entscheidender Faktor, wird aber trotzdem oft vernachlässigt.

 

 

TOP: Wähle den optimalen Raum

Die meisten Musiker, die zu Hause aufnehmen, haben keine große Wahl, wenn es um den Aufnahmeraum geht. Es geht darum, mit dem zu arbeiten, was einem zur Verfügung steht.

Optimalerweise sollte man allerdings einen großen, leisen Raum wählen, welcher am besten auch noch mit einem Holzboden ausgestattet ist. Größere Räume reflektieren den Sound weniger und haben einen angenehmeren natürlichen Hall, leise Räume vermeiden ungewollte Störgeräusche von der Außenwelt auf der Aufnahme und Teppichboden absorbiert viel vom hohen Frequenzbereich, was allgemein eher schlecht für die Akustik ist.

Ich selbst nehme momentan in einem begehbaren Kleiderschrank auf, was – soundtechnisch – wirklich nicht optimal ist. Allerdings habe ich einfach keine andere Wahl und mach das Beste draus.

 

FLOP: Einen unbehandelten Raum benutzen

Unabhängig davon, in welchem Raum im Endeffekt aufgenommen wird, sollte dieser bestmöglich akustisch aufgebessert werden. Dabei können Akustikplatten, Bassfallen und Diffusoren verwendet werden, welche man kaufen oder selbst bauen kann.

Alles Wissenswerte um die akustische Aufbesserung findest du in unserem Leitfaden für Einsteiger in die Akustikbehandlung.

Dein Aufnahmeequipment

Womit du aufnimmst ist fast so wichtig wie der Ort, an dem du aufnimmst. Hier sind die Tops und Flops, wenn’s um das Aufnahmeequipment geht.

 

 

TOP: Benutze das beste Equipment, was du dir leisten kannst

Wahrscheinlich ist dein Budget nicht sonderlich hoch (Meins ist es jedenfalls nicht), aber es ist trotzdem wichtig, das bestmöglichste Aufnahmeequipment zu haben. Ein schlechtes Mikrofon kann einen Song ruinieren. Ein Kabel, welches Störgeräusche mit aufnimmt, kann eine komplette Aufnahme unbrauchbar machen. Also informier dich, bevor du etwas kaufst. Es wird sich lohnen.

 

FLOP: Frustriert sein, wenn man nur ein iPhone besitzt

Wenn du andererseits nur ein iPhone hast, kannst du trotzdem Musik aufnehmen, da sind in der Vergangenheit schon richtige Hits draus geworden. Wenn das Budget nicht so groß oder die Ausrüstung nicht die beste ist, ist das also keine Ausrede dafür, keine Musik zu machen.

 

TOP: Wissen, wie man mit seinem Equipment umgeht

Egal, welches Equipment im Endeffekt benutzt wird, die Hauptsache ist, dass man damit umgehen kann und versteht, wie es funktioniert. Man kann das teuerste Equipment haben, wenn man allerdings nicht damit umgehen kann, bringt das einem auch nichts. Wenn man allerdings nur ein iPhone hat, aber GarageBand in- und auswendig beherrscht, wird man keine Probleme haben.

 

FLOP: Sein Equipment hinter verschlossenen Türen aufbewahren

Ich weiß, manchmal hat man einfach keine andere Wahl, als sein Equipment nach einer Session im Schrank oder auf einem Regal zu verstauen, das geht halt manchmal einfach nicht anders.

Wenn es aber irgendwie möglich ist, sollte man sein Equipment nie hinter verschlossenen Türen aufbewahren. Such dir einen Ort, an dem du dein Equipment immer griffbereit hast. Je mehr Arbeit das Aufbauen des Equipments in Anspruch nimmt, desto weniger wird man sich motivieren können, das auch wirklich zu tun. Wenn man sich allerdings ganz spontan in den Aufnahmeraum setzen kann und direkt loslegen kann, wird man direkt viel Produktiver.

Der Aufnahmeprozess

Nun zum Wesentlichen – der eigentlichen Aufnahme

 

TOP: Die Klangquelle isolieren

In der Tontechnik gibt’s ein Sprichwort: „Du kannst zu einer Aufnahme immer Hall hinzufügen, aber nicht entfernen.“ Deswegen ist es wichtig – vor allem in suboptimalen Aufnahmeräumen – deine aufgenommene Klangquelle zu isolieren. Man möchte dabei den Sound so trocken wie möglich einfangen.

Vocals können zum Beispiel richtig gut in einem Kleiderschrank aufgenommen werden. Oder versuch mal, eine Matratze aufzustellen und deine Akustikgitarre in Richtung der Matratze aufzunehmen.

Man sollte einfach versuchen, den Hall so gut wie möglich einzudämmen, vor allem in kleinen Räumen mit Teppichboden.

 

FLOP: Ohne Metronom aufnehmen

Mit einem Metronom stellt man sicher, dass man immer konstantes Tempo behält, was bei Professionellen Aufnahmen unabdingbar ist. Außerdem sparst du dir beim Bearbeiten im Nachhinein richtig viel Zeit, da alles direkt aufeinanderpasst. Ein weiterer Vorteil ist dabei, dass du durch ein Metronom auch noch ein besserer Musiker wirst.

 

TOP: Nimm alles auf, was dir in den Kopf kommt

Das großartige an der heutigen Aufnahmetechnik sind die vielseitigen Bearbeitungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, alles jederzeit speichern und wieder abrufen zu können. Du kannst 30 Ideen mit deiner Gitarre aufnehmen und danach ganz in Ruhe deinen Favoriten wählen. Deswegen sollte man alles aufnehmen, was gut klingen könnte – jedes Instrument, jede Melodie, jede Akkordfolge. Du kannst deinen Favoriten dann am Ende auswählen und den Rest löschen.

 

FLOP: Davor zurückzuscheuen, neu aufzunehmen

Daran musste ich mich in letzter Zeit immer wieder selbst erinnern. Dein Song ist es immer Wert, den Aufnahmeknopf noch einmal zu drücken und den Part noch besser einzuspielen. Die vorherige Version läuft nicht weg und wenn der neue Take mal doch nicht so gut wird, kannst du immer noch zum vorherigen Take zurückkehren. Einfach nicht abhetzen und den Aufnahmeknopf einmal mehr als nötig drücken, meistens lohnt es sich.

Post-Production

Okay, jetzt hast du einen gut aufgenommenen Song, welcher in einem gut behandelten Raum entstanden ist. Jetzt geht’s um die Tops und Flops der post-production…

 

TOP: Einen Referenztrack beim Abmischen benutzen

Das hat die Art und Weise verändert, wie ich Musik abmische. Auf diesem Weg lernt man aktiv von Künstlern, welche einen inspirieren.

Bevor du abmischst, finde einen Track, der Soundtechnisch deinen Vorstellungen entspricht. Ziehe diesen Track dann in deine DAW während du abmischst. Schalte den Track stumm während du abmischst und hör ihn dir isoliert an, um immer eine Referenz parat zu haben.

 

FLOP: Den roten Bereich ansteuern

Rot ist immer schlecht, wenn es ums Aufnehmen geht. Das ist nämlich ein Anzeichen dafür, dass deine Aufnahmequelle zu laut ist und dadurch verzerrt wird.

Vermeide den roten Bereich bei jedem Schritt deiner Signalkette, angefangen beim Aufnahmeprozess, dem Hinzufügen von Plug-ins, bis hin zum Einstellen des Master-Reglers.

 

TOP: Den Song Mastern

TOP: Den Song Mastern
Mastering ist der letzte Schritt bei der Anfertigung eines Songs nach Industriestandards. Der Song wird aufpoliert und wird klingen, wie ein Chart Hit. Einen Tontechniker zu engagieren wäre hier die gängigste Methode, aber viele unabhängige Künstler können sich das, trotz der Ambition nach professionellem Sound, einfach nicht leisten.

Genau dafür gibt es eMastered. Für einen angemessenen monatlichen Preis bekommst du unendlich viele masterings, welche mit den masterings der Profis mithalten können.

Caleb J. Murphy

Caleb J. Murphy is a songwriter and producer based in Austin, TX.