Du willst also deinen neuen Song aufnehmen… aber hast das noch nie so wirklich gemacht. Wie und wo fängt man jetzt am besten damit an?

Naja, eigentlich brauchst du nur grundlegendes Aufnahmeequipment, ein Schlafzimmer und den Willen, etwas Neues zu lernen.

In diesem Post führe ich dich Schritt-für-Schritt durch den Aufnahmeprozess und das Editieren derselben Aufnahme. Ich gehe mal davon aus, dass du das nötige Equipment bereits besitzt. (wenn nicht, dann haben wir hier einen Post für dich, in dem du bestens beraten wirst)

Fang mit den Drums an

Ich fange gerne mit den Drums an, da sie dann wie ein aufgemotztes Metronom dienen, etwas, womit du immer aufnehmen solltest. Einen Beat im Hintergrund laufen zu haben hilft dir nicht nur dabei, das Tempo zu behalten, sondern auch dabei, herauszufinden, wo und wie der Rhythmus betont werden soll.

Bevor du deinen Beat kreierst, ist es wichtig, sich erst einmal für die richtige BPM Zahl zu entscheiden. Wenn du nämlich erstmal mit der Aufnahme angefangen hast, kann das Wechseln des Tempos deinen ganzen Song ruinieren.

Wenn du also erst einmal das Tempo gesetzt hast, kannst du folgendes tun:

    1. Kreiere eine neue Spur für virtuelle Instrumente
    2. Entscheide dich für ein virtuelles Drum Plugin, wie zum Beispiel DRUM PRO (kostenlos) oder Addictive Drums (erschwinglich).
    3. Mach einen simplen Beat mit deinem MIDI Controller, Keyboard, oder benutz einfach deine Maus, um verschiedene Elemente zum Beat hinzuzufügen
    4. Erstelle vier Takte des Beats und loope ihn bis zum Ende des Songs

Der letzte Schritt ist nur dazu da, um als Metronom Ersatz zu dienen – du kannst den Beat natürlich später immer noch editieren.

Stell dabei sicher, dass die Kick ungefähr das spielt, was der Bass im Nachhinein spielen wird, und die Snare so gesetzt ist, dass sie zum Song passt.

Nimm das Hauptinstrument auf

Als nächstes wirst du dein Hauptinstrument aufnehmen wollen – Gitarre, Piano, Theremin, was auch immer. Dies wird wahrscheinlich das Instrument sein, auf welchem du den Song geschrieben hast. Bei mir wäre das zum Beispiel Akustikgitarre, also ist das meistens das entsprechende Instrument, mit dem ich meinen Aufnahmeprozess beginne.

Da du bereits deinen Rhythmus gesetzt hast, sollte die Aufnahme des Hauptinstruments keine allzu große Schwierigkeit darstellen. Wenn es aber eine Sache gibt, die ich gelernt habe, dann ist es, dass dieser Schritt echt wichtig ist und sitzen sollte. Der Rest des Songs wird sich wohlmöglich an der Performance und an dem Klang dieses Instruments orientieren, also lass dir mit diesem Schritt auf jeden Fall genug Zeit.

So gehen wir dabei vor:

    1. Erstelle eine neue Spur und stelle sie für die Aufnahme scharf.
    2. Wenn du ein Keyboard oder eine E-Gitarre aufnehmen möchtest, dann steck einfach das Kabel, welches von deinem Instrument ausgeht, in dein Audio Interface.
    3. Wenn du eine Akustikgitarre aufnehmen willst, dann richte erst einmal dein Mikrofon ein – das XLR Kabel führt von dem Mikrofon ausgehend zum Interface. Stelle das Mikrofon ungefähr 15-30 cm entfernt, auf den 12. Bund zeigend, auf. Das ist normalerweise die Position, welche am besten klingt, wobei du natürlich jederzeit die Freiheit hast, das Mikrofon nach deinen Vorstellungen zu bewegen.
    4. Unabhängig vom Instrument solltest du immer einen Blick auf den Gain werfen (entweder auf deinem Interface oder in der DAW) und außerdem sicherstellen, dass du dich vom roten Bereich fernhältst.

Du musst dem roten Bereich noch nicht einmal nahekommen – du kannst den Sound jederzeit im Nachhinein verstärken.

Spiel den Bass ein

Jetzt wirst du den Bass ins Spiel bringen wollen, ob es sich nun um eine Bassgitarre, einen bassigen Synth oder einen Kontrabass handelt ist dir überlassen. Du brauchst etwas, was den unteren Frequenzbereich ausfüllt und dem Song einen gewissen Druck verleiht.

Der Bass sollte eng mit der Kick Drum zusammenspielten – enger als ein Paar Jeggins der Bee Gees. Kick und Bass sollten über den Song hinweg immer miteinander Tanzen.

So gehen wir hierbei vor:

  1. Erstelle eine neue Spur und stelle sie für die Aufnahme scharf
  2. Stecke das Kabel, das von deinem Bass ausgeht, in dein Audio Interface. Wenn dein Interface einen Line/Instrument Schalter besitzt, dann stelle sicher, dass er auf Instrument geschaltet ist.
  3. Genau wie bei deinem Hauptinstrument solltest du ein Auge auf den Gain haben und sicherstellen, dass du nicht im roten Bereich landest.

Passende virtuelle Instrumente finden

Jetzt kannst du schauen, welche virtuellen Instrumente zu deinem Song passen. Das könnten ambient Synths, eine Bläsersektion oder sogar ein Orchester sein.

Wofür auch immer du dich entscheidest, es funktioniert alles mit MIDI, was das spätere Manipulieren und Anpassen an deinen Song wesentlich vereinfacht. Du kannst einfach die einzelnen Noten mit der Maus dahin ziehen, wo sie hin sollen. Du musst noch nicht mal Piano spielen können.

Wie man ein virtuelles Instrument hinzufügt:

  1. Erstelle eine neue Spur für virtuelle Instrumente und schalte sie für die Aufnahme scharf.
  2. Suche in deiner Sammlung von virtuellen Instrumenten nach einem passenden Sound.
  3. Fang an, Melodien und Akkorde mit deinem MIDI Controller, Keyboard, oder benutz einfach deine Maus, um die einzelnen Noten hinzuzufügen.

Zeit zu singen

Wenn du Gesang hinzufügen möchtest, wirst du erstmal dein Mikrofon einrichten müssen. So nimmt man Gesang auf, vom Einrichten bis zur Aufnahme:

  1. Positioniere das Mikrofon so, dass es ungefähr auf den unteren Teil deines Mundes gerichtet ist.
  2. Bring den Pop Filter ungefähr 15 cm entfernt vom Mikrofon an. Dein Mund sollte nochmal 15 cm vom Pop Filter entfernt sein.
  3. Erstelle eine neue Spur und stelle sie für die Aufnahme scharf.
  4. Stelle sicher, dass die Gain Einstellungen nicht zu viel für deine Vocals sind. Sing dafür den lautesten Teil des Songs und stelle sicher, dass du nicht im roten Bereich landest – immer im grünen Bereich bleiben. Das erlaubt dir zu singen, ohne dich bezüglich der Lautstärke zurückhalten zu müssen.
Es ist am besten, so wenig natürlichen Hall wie nur möglich zu haben. Der Ort, an dem du den Gesang aufnimmst, sollte so trocken wie möglich klingen. Es ist besser, während des Editierens komplette Kontrolle über den Hall zu haben, statt mit natürlichem Hall kämpfen zu müssen, welchen man nicht entfernen kann.

Vergiss das Editieren nicht

Jetzt wo alles aufgenommen ist (Glückwunsch!), ist es an der Zeit, bei der Produktion in die Details zu gehen. Jetzt wird sichergestellt, dass alles im Takt ist und das Arrangement funktioniert. DAWs machen es dir super einfach, einzelne Elemente zu verschieben und aneinander anzugleichen.

Du wirst deine Takes auch Compen wollen, was so viel bedeutet, wie die besten Takes jedes einzelnen Parts einer Spur zu kombinieren. Du kannst also deine Vocal Spur Zeile für Zeile durchhören und dich für die besten Takes jeder Zeile entscheiden. Das kannst du für jedes Instrument machen. Schneide die Spur einfach immer, wenn eine Pause in der Aufnahme auftaucht.

Lass uns einmal den Gesang als Beispiel nehmen: Du kannst die Audio Datei bei jedem Einatmen schneiden, was das Überblenden zu den besten Takes vereinfacht. Der Sinn dabei ist, den Schnitt und die Überblendung natürlich klingen zu lassen – der Hörer darf nicht bemerken, dass du eine Überblendung benutzt hast.

Mixing und Mastering

Wenn dein Track erst einmal aufgenommen und editiert ist, gehst du zum Abmischen und danach zum Mastering über. Ich könnte einen kompletten Post über das Abmischen und Mastern schreiben, weswegen ich hier nicht komplett in Details versinken werde.

Beim Abmischen polierst du oder dein Tontechniker deinen bereits gut aufgenommenen Song. Es beinhaltet das Setzen des Stereopanoramas, Lautstärkenangleichung, das Benutzen des EQs, Kompression und andere Effekte.

Der letzte (und wohlmöglich wichtigste) Schritt ist das Mastering. Das ist eine der Hauptsachen, welche eine amateurhafte Aufnahme von einer professionell klingenden Aufnahme unterscheidet. Der bereits aufpolierte Mix wird dabei nochmals aufpoliert und Laut genug gemacht, um den Industriestandards zu entsprechen.

Dieser letzte Schritt wird deinen Song aus der Masse herausstechen lassen.

Wenn du einen Mastering Techniker dafür beauftragst, wirst du möglicherweise 100€ oder mehr pro Song aufbringen müssen. Zum Glück aber kann eMastered eine unbegrenzte Zahl an Songs professionell für einen angemessenen monatlichen Preis mastern.

Durch automatisiertes Mastering habe ich bereits einen Haufen Geld gespart und trotzdem einen Sound bekommen, welcher sich so ziemlich gegen jeden Song auf einer offiziellen Spotify Playlist durchsetzen kann.

Caleb J. Murphy

Caleb J. Murphy is a songwriter and producer based in Austin, TX.