Welches Recording Equipment benötigt man, um einen Song aufzunehmen? Viele Bedroom Producer haben mir diese Frage gestellt, also dachte ich mir, dass ich einen Leitfaden zu dem Thema zusammenstelle.

Du brauchst kein professionelles Tonstudio. Du musst keinen Haufen Geld für neues Equipment ausgeben. Ein paar Sachen musss man sich schon zulegen, aber da gibt es genug erschwingliche (oder kostenlose) Optionen.

Hier ist also das, was man meiner Meinung nach benötigt, um zuhause Musik zu produzieren.

Was für Equipment und Software wird benötigt?

Das Wort „benötigt“ wird in dem Fall nur lose verwendet. Ich betone immer wieder, dass ein 18-Jähriger einen von Kendrick Lamars Songs komplett auf einem iPhone produziert hat. Falls du also kein Geld hast, besitzt du trotzdem ein vollwertiges Aufnahmesetup in deiner Hosentasche.

Wenn du aber darüber nachdenkst, dir ein nettes kleines Home-Studio Setup zuzulegen, gibt es manches Equipment und manche Software, welche du dir zulegen solltest.

Laptop / Desktop

Das erste, was du brauchst und was du mit Sicherheit bereits besitzt. Egal ob du einen Laptop oder Desktop hast, einen HP oder Apple, bist du bestens gerüstet.

Wenn du allerdings keinen besitzt, kanns du dir einen Laptop mit Microsoft Betriebssystem für ungefähr 600€ zulegen. Das hört sich jetzt nach viel Geld an und zugegebenermaßen stimme ich dir dabei zu. Es ist allerdings eine langfristige Investition (bei richtiger Pflege jedenfalls) und wird sich wohlmöglich von selbst auszahlen.

Apple Computer sind etwas teurer (um die 1000€), kommen aber vorgerüstet mit GarageBand, einer richtig guten kostenlosen DAW.

Wo wir schon bei DAWs sind – davon brauchst du auf jeden Fall auch eine.

Digital Audio Workstation (DAW)

Eine Digital Audio Workstation (DAW) ist die Software, mit welcher du Musik aufnehmen kannst. Du musst noch nicht mal dein komplettes Gehalt verballern, um dir eine zuzulegen – es gibt genug Geldbeutel freundliche und kostenlose Alternativen. Wir haben einen kompletten Blog Post über dieses Thema verfasst – hier ist eine kurze Zusammenfassung.

Apple Computer sind ab Werk mit einer DAW namens GarageBand ausgestattet. Sie ist eine der besten DAWs für Anfänger. Einfach zu benutzen, großartig klingende virtuelle Instrumente und Zugang zu einem Haufen von professionell klingenden Effekten.

Dann gibt es noch Ableton Live, welches bei DJs beliebt ist, da es eine DAW ist, welche für live Performance konzipiert ist. Es besitzt einen Playback Modus, welcher Überblendungen, Warping, und einen Haufen anderer Möglichkeiten bietet, um DJs das Leben zu bereichern. Es gibt drei Versionen: Intro (Basis Version), Standard (Basis Version mit mehr Funktionen), und Suite (Vollversion mit allen Funktionen).

FL Studio ist eine weitere beliebte DAW, vor allem bei Produzenten, welche sich auf das Beatbauen konzentrieren. FL hat als Drum Sequencer angefangen und ist langsam aber sicher zu einer Vollwertigen Recording Software herangewachsen. Es ist bekannt dafür, dass die Drag and Drop Funktion super einfach zu benutzen ist, was eine gute Nachricht für Neulinge ist. Auch FL Studio kommt in verschiedenen Versionen daher: Fruity, Producer, und Signature.

Wenn du GarageBand magst, aber ein bisschen mehr Funktionalität brauchst, ist Logic Pro X Apples Antwort darauf. Da es mit Apple zusammen entwickelt wurde, ist es nicht auf Windows PCs verfügbar. Trotzdem ist es eine der beliebtesten DAWs. Genau wie GarageBand bietet Logic eine riesige Sound- und Loopbibliothek, einen Haufen Plugins und Apple Support.

Falls du dir allerdings keinen Apple Computer leisten kannst, existieren genug Microsoft-freundliche DAWs.

Mein Favorit ist hierbei Reaper, das so ziemlich alles, was auch die teuren Alternativen können, kann, wobei das Interface simpel und das Preisschild niedrig gehalten wird. Die Vollversion ist anfangs kostenlos. Die Lizenz, welche später dazu gekauft werden muss, basiert darauf, wie viel Geld du damit verdienst und für welche Zwecke du Reaper benutzt.

Pro Tools hat übrigens auch einen kostenlosen kleinen Bruder namens Pro Tools First, welches du dir auf jeden Fall anschauen solltest. Es ist definitiv eine gute Option, wenn du früher oder später eh auf die Vollversion von Pro Tools umsteigen möchtest.

Mikrofon (Mikrofonständer, XLR Kabel)

Als nächstes brauchst du ein Mikrofon, außer du produzierst rein elektronische Musik. Falls du allerdings mit irgendeiner Art von live Instrument arbeitest, wirst du ein Mikrofon, einen Mikrofonständer, ein XLR Kabel, und einen Pop Filter, falls du Gesang aufnimmst, brauchen.

Hier sind ein paar Optionen, welche einen Blick wert sind.

  • Shure SM58 (Der Standard für dynamische Mikrofone)
  • Audio-Technica AT2035 (Dieses besitze ich und es ist wirklich großartig)
  • MXL 990 (Dieses wird von Kritikern geliebt)
Zusätzlich zu diesen Mikrofonen, wirst du ein Audio Interface benötigen (mehr dazu etwas weiter unten). Wenn du aber momentan nicht so viel Geld übrig hast, kannst du dir ein USB Mikrofon zulegen, welches (genau richtig geraten) einfach über den USB Port deines Computers verbunden wird. Ein richtig gutes USB Mikrofon wäre beispielsweise das Rode Podcaster.

Audio Interface

OK, jetzt wo du ein Mikrofon hast, brauchst du auch etwas, womit du es verbinden kannst. Also brauchen wir ein Audio Interface. Dieses Stück Equipment wird mit deinem Computer verbunden (normalerweise über USB, manchmal auch über Thunderbolt oder Firewire) und dient dann als Verbindungsstück zwischen deinem Mikrofon oder Instrument und dem Computer.

Ganz simpel.

Und das Beste ist, dass du für weniger als 200€ bereits was gutes bekommst. Ich persönlich benutze das Focusrite Scarlett 2i2 und würde es jedem Heimproduzenten wärmstens empfehlen. Du kannst aber auch einen Blick auf die PreSonus AudioBox und das Focusrite Scarlett Solo werfen.

Monitore und Kopfhörer

Es ist auch sehr wichtig, sich ein paar gute Kopfhörer und Monitore (Studiolautsprecher) zuzulegen. Wir alle sind mit Kopfhörern vertraut. Hier gibt es allerdings zwei bestimmte Arten von Kopfhörern, die wir uns anschauen sollten: geschlossene Kopfhörer und offene Kopfhörer.

Geschlossene Kopfhörer sind bestens für Aufnahmen geeignet, da sie den Sound zur Außenwelt hin isolieren. Auf diese Art und Weise kannst du sie zum live Monitoring bei Aufnahmen benutzen, ohne dass irgendein ausstrahlendes Signal auf der Aufnahme zu hören sein wird. Das einzige Problem ist, dass je höher die Isolation ist, desto niedriger die Soundqualität sein wird.

Falls du dir ein paar geschlossene Kopfhörer zulegen möchtest, kann ich dir wärmstens die Sennheiser HD280PRO empfehlen, welche ich selbst auch benutze.

Und wenn du dann zum Abmischen über gehst, wirst du die bestmögliche Soundqualität haben wollen. Dabei solltest du entweder Studio Monitore oder offene Kopfhörer benutzen, und vorzugsweise immer wieder zwischen den beiden hin und her wechseln.

Schreibtisch und Schreibtischstuhl

Der Mittelpunkt deines Studios wird dein Arbeitsplatz sein – dein Schreibtisch und dein Stuhl. Also macht es nur Sinn, diese mit bedacht zu wählen. Dabei musst du nicht einen Haufen Geld ausgeben. Du kannst beides mit etwas Glück beim nächstbesten second-hand Laden finden.

Stell dabei aber sicher, dass dein Schreibtisch stabil genug ist, um dein ganzes Equipment zu tragen – vorzugsweise hierbei ist ein etwas höherer Schreibtisch, welcher es dir ermöglicht, deinen Computer etwas erhöht zu platzieren. Ansonsten stell deinen Computer einfach auf etwas drauf, wie zum Beispiel auf eine Holzkiste.

Der Stuhl sollte auf jeden Fall bequem sein. Du wirst hoffentlich viel Zeit in ihm verbringen, und du wirst nicht über deinen Komfort nachdenken wollen, währen du in deinem Flow bist.

Mastering Software

Jetzt wo du dein Studio zusammengestellt hast und bereit bist, deine Songs auf dem neuen Equipment aufzunehmen, gibt es einen letzten Schritt, welchen man beachten sollte: Mastering.

Nach dem Aufnehmen, Editieren und Abmischen, wirst du deine Songs mastern wollen, damit sie den Industriestandards entsprechen. eMastered hat eine überraschend gute automatisierte Mastering Software entwickelt. Du kannst online darauf zugreifen und eine unbegrenzte Anzahl an Songs mastern.

Final Considerations: Your Listening And Recording Environment

Du kannst das beste Equipment der Welt besitzen. Wenn dein Aufnahmeraum allerdings einen schrecklichen Klang hat, wird es super schwer werden, großartige Musik zu erschaffen. Deswegen solltest du auf jeden Fall darüber nachdenken, deinen Raum mit Akustikbehandlung, wie zum Beispiel Bass Traps, Absorbern und Diffusoren, auszustatten.

In einem unbehandelten Raum werden deine live Instrumente nicht so gut klingen, wie sie es eigentlich könnten. Außerdem wird der Mix, welcher aus deinen Monitoren kommt, verfälscht.

Aus dem Grund haben wir einen kompletten Leitfaden zu diesem Thema verfasst. Du kannst ihn dir direkt hier anschauen und durchlesen.

Caleb J. Murphy

Caleb J. Murphy is a songwriter and producer based in Austin, TX.