Es gibt so viele verschiedene Elemente in einem Song, welche den Hörer mitreißen können – berührende Songtexte, kreative Produktionselemente, eingängige Melodien und Hooks – wobei man nie vergessen darf, dass eine großartige Akkordfolge den Song komplett verändern kann.

Das spannende an Akkordfolgen ist, dass auch wenn sie schon unzählige Male in der Geschichte der Musik benutzt worden sind, es immer einen Weg gibt, sie in neuem Gewand erscheinen zu lassen.

Wenn du erstmal ein Grundverständnis von einfachen Akkorden hast, welche leicht auf der Gitarre oder dem Klavier zu lernen sind, kannst du sie in verschiedenen Reihenfolgen arrangieren, um danach Melodien oder Gesang hinzuzufügen.

In diesem Leitfaden lernst du etwas über die bekanntesten Akkordfolgen und wie du sie für deinen nächsten Song benutzen kannst.

Versteh die Relationen zwischen Akkorden

Abhängig von der Tonart, kann ein einziger Akkord viele verschiedene Dinge im Kontext deiner Akkordfolge bedeuten. Zum Beispiel ist der C-Dur Akkord der I Akkord in der Tonart C-Dur, wird aber zum IV Akkord in der G-Dur Tonart. Jede Tonart hat ihre eigene Akkordreihenfolge – wenn du aber erstmal die Muster dieser Reihenfolgen verstehst, wirst du langsam aber sicher zum Experten im Erstellen von Akkordfolgen werden!

Jede Tonart hat einen ersten Akkord, auch Tonika Akkord genannt, welcher auf der ersten Note der Diatonischen Tonleiter der entsprechenden Tonart basiert. Der Tonika Akkord der Tonart D-Dur ist zum Beispiel dementsprechend ein D-Dur Akkord. Der Tonika Akkord der Tonart D-Moll wäre ein D-Moll Akkord. Der Tonika Akkord wird fast in jedem einzelnen Popsong benutzt – die bekanntesten Akkordfolgen fangen entweder mit dem ersten Akkord an, oder werden auf den ersten Akkord aufgelöst.

Von hier aus kannst du dich durch jede einzelne Tonleiterstufe bewegen, um neue Akkorde zu finden. Abhängig davon, in welcher Tonart sich Dur oder Moll befindet, variieren diese Akkorde und ihre Qualität (wobei mit Qualität Dur, Moll oder vermindert gemeint ist). Wenn du erst einmal die Akkorde der entsprechenden Tonart und/oder Tonleiter skizziert hast, kannst du sie benutzen, um deine Akkordreihenfolge zu bilden.

Wir haben hier die Tonleiterstufen skizziert, um dir die Übersicht einfacher zu gestalten –

Es existieren eine Menge verschiedener Tonarten und noch mehr verschiedene Akkorde, aber du kannst dieses Muster auf jede Tonart anwenden, um deine Diatonischen Akkord Möglichkeiten herauszufinden.

Das Zusammenstellen einer Akkordfolge

Wenn das hier dein Einstieg in die Welt der Akkordfolgen ist, gibt es viele Punkte, an denen man anfangen kann. Obwohl diese Akkordfolgen in wahrscheinlich unzähligen Songs bereits benutzt worden sind, ist der Spaßige Teil, diese Folgen in ihr individuelles Gewand zu verpacken und einzigartige Melodien und Gesang hinzuzufügen!

 

I – II – IV – V

Das ist tatsächlich eine der ersten Akkordfolgen, die bereits in unzähligen Songs benutzt wurde, welche ich auf der Gitarre gelernt habe. Sie fängt auf dem Dur I Akkord an (wie viele andere Reihenfolgen), bewegt sich .zum Moll II Akkord, dem Dur IV Akkord und dann am Ende zum Dur V Akkord, welcher letztendlich durch den I Akkord aufgelöst wird, wenn die Folge wiederholt wird.

Vom V Akkord in den I Akkord aufzulösen ist ein gängiges Element in der Popmusik und wurde durch Jazz Akkordfolgen wie II – V – I popularisiert. Dieses Muster schafft ein befriedigendes Spiel zwischen Anspannung und Entspannung. Vielleicht ist dir das nicht bewusst, aber unsere Ohren haben ein natürliches Verlangen danach, die Auflösung durch den bekannten I Akkord zu hören – dementsprechend erfreuen sich diese Akkordfolgen großer Beliebtheit.

Du kannst diese Reihenfolge in Liedern wie zum Beispiel einem alten Hit von Taylor Swift hören, „Our Song“ –

Eine ähnliche Möglichkeit wäre, mit dem I Akkord anzufangen und auf dem V Akkord zu enden, dabei kannst du den II Akkord mit dem Moll IV Akkord ersetzen.

 

I – VI – IV – V

Diese Akkordfolge hört sich ziemlich ähnlich an, wobei der Moll VI Akkord abhängig von dem Sound, welchen du erreichen möchtest, eine andere Farbe und Auflösung bieten kann.

Ein Beispiel hierfür wäre „Every Breath You Take“ von The Police –

I – V – VI – IV

Das ist eine andere typisch angewandte Akkordfolge, welche die typischen diatonischen Akkorde der Dur Tonleiter verwendet. Sie fängt beim Dur I Akkord an, bewegt sich zum Dur V Akkord, Moll VI und am Ende zum Dur IV Akkord, welcher durch den I Akkord aufgelöst wird.

Anstatt vom V Akkord auf den I Akkord aufzulösen, löst der IV Akkord auf den I Akkord auf. Das ist eine weitere beliebte Möglichkeit, um zurück durch den I Akkord aufzulösen, welche auch als „Plagale Kadenz“ bezeichnet wird.

Diese Akkordfolge kann zum Beispiel in Jessie J’s Hit „Price Tag“ gefunden werden –

i – VII – VI – V7

Diese Reihenfolge unterscheidet sich aus zwei Gründen von den anderen aufgelisteten Reihenfolgen – (1) Sie ist in einer Moll Tonart, und (2) benutzt sie den dominanten V Akkord, welcher ein großartiges Werkzeug für Moll Akkordfolgen ist.

Angefangen wird mit dem Moll I Akkord, gefolgt vom Dur VII Akkord, Dur VI Akkord und dann letztendlich vom Dominanten V Akkord, bevor zurück durch den Moll I Akkord aufgelöst wird. Obwohl ein dominanter V Akkord nicht diatonisch zu seiner natürlichen Moll Tonart ist (Im diatonischen natürlichen Moll ist der V Akkord Moll, nicht Dur oder Dominant) – integrieren viele Pop und Jazz Songs in einer Moll Tonart einen dominanten V Akkord. Das erschafft eine dramatischere Auflösung zurück zum Moll I Akkord und somit wieder eine An- und Entspannung.

Du kannst diese Reihenfolge in Christina Aguileras 90er Hit, „Genie in a Bottle“ hören –

Das Bauen eigener Akkordfolgen

Obwohl diese bekannten Akkordfolgen offensichtlich durch und durch funktionieren, macht es am meisten Spaß, seine eigenen Akkordfolgen zu kreieren.

Jetzt wo du ein Verständnis von diatonischen Akkorden und Tonleiterstufen hast, kannst du verschiedene Akkorde miteinander mischen, um die richtige Folge für dich zu finden. Fühl dich nicht so, als müsstest du dich auf diatonische Akkorde beschränken – es gibt haufenweise großartige Songs, welche aus dem diatonischen Reich ausbrechen, um einen einzigartigen Sound und Spannungsbogen zu erzeugen!

Experimentiere mit Akkorden und spiel einfach damit rum, was in deinen Ohren gut klingt. Eine der besten Aspekte des songwritings ist, dass eigentlich keine Regeln existieren – lass deinen Ideen, Emotionen und Kreativität dein Songwriting und das Erschaffen neuer Akkordfolgen beeinflussen. Mit diesen Akkorden in deinem Werkzeugarsenal, wirst du etwas großartiges schaffen können!

Kira Morrison

Kira Morrison is an LA-based vocalist, songwriter, and arranger